Prozessaudit – Definition und Ablauf

Ein Prozessaudit ist eine Methode zur Qualitätssicherung. Mit einem Prozessaudit werden Verfahren und Prozesse regelmäßig auf Fehlerfreiheit und Effizienz geprüft. Als Grundlage für die Prüfungen gelten die vorliegenden Arbeitsanweisungen, Kundenvereinbarungen sowie die Anforderungen an den Prozess nach den Verfahrensrichtlinien. Während bei einem Produktaudit lediglich geprüft wird, ob das einzelne Endprodukt einen Fehler aufweist, liefert ein Prozessaudit eine Analyse des gesamten Prozessablaufs unter Berücksichtigung der Zweckmäßigkeit aller eingesetzten Mittel und mit Hinblick auf Verbesserungsmöglichkeiten. Ist Korrekturpotenzial vorhanden, sollten die entsprechenden Maßnahmen sofort eingeleitet werden, um unnötige Kosten zu vermeiden und den Qualitätsansprüchen gerecht zu werden.

Prozessaudits lassen sich für die unterschiedlichsten Fertigungsprozesse, Verfahrensabläufe in Unternehmen oder für Managementsysteme durchführen. Um eine objektive Beurteilung zu gewährleisten, müssen die Kriterien für das Prozessaudit im Voraus klar definiert sein. Generell unterscheidet man bei Audits zwischen externen und internen Audits. Externe Prozessaudits werden von einem externen Auditor durchgeführt (z. B. zur Zertifizierung von Managementsystemen). Bei internen Audits prüft das Unternehmen selbst, um Fehler zu beseitigen oder die Weiterentwicklung der Systeme voranzutreiben.

 

Auditierungen
Auditierungen

Prozessaudit: Der Ablauf

Um dauerhaft eine einwandfreie Qualität liefern zu können und fähige Fertigungsprozesse aufrechtzuerhalten, werden Prozessaudits regelmäßig nach einem festen Zeitplan durchgeführt. Zusätzlich erfolgt ein Prozessaudit immer dann, wenn bestimmte Anlässe vorliegen. Dies können zum Beispiel Änderungen oder Störungen in einem Abschnitt des Fertigungsprozesses oder Verfahrens sein. Hier muss der Prozess erneut auf Eignung überprüft werden beziehungsweise die Ursache für den Fehler ermittelt werden. Weiterhin sind Produktfehler, eine sinkende Produktqualität oder deutliche Qualitätsunterschiede der Produkte Gründe für Prozessaudits. Auch hier müssen die Gründe ermittelt und behoben werden, bevor die Produktion fortgesetzt werden kann.

Der Ablauf eines Prozessaudits folgt einem genau festgelegten Schema. Die einzelnen Schritte sind:

  • Planung
  • Durchführung
  • Abschlussgespräch
  • Maßnahmenfestlegung
  • Dokumentation
  • Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen



Im ersten Schritt wird der Auditplan erstellt. Ein Auditplan enthält die genauen Termine für die jeweiligen Prozessaudits sowie den Zeitplan für den Tag der Durchführung. Ein Prüfkatalog mit Arbeitsanweisungen bildet den Rahmen für das Audit. Als Grundlage dienen die jeweiligen Qualitätsnormen und Verfahrensrichtlinien. Zudem müssen die Teilnehmer sowie die Auditoren bestimmt werden.

Die Durchführung erfolgt anhand einer Befragung mit Visualisierung der Verfahrensabläufe oder durch eine Besichtigung der Fertigungsprozesse. Hierbei muss klar werden, wer, wann, wie, warum, welche Aufgaben durchführt und ob Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Klare Defizite sollten durch die Prozessmanager sofort behoben werden. Auditfragen setzen sich aus Standardfragen und unternehmensspezifischen Fragen zusammen. Bei manchen internen Audits sind Vorbereitungen zulässig und die Fragenkataloge werden im Voraus ausgegeben.

Im Anschluss an die Prüfung erfolgt ein Abschlussgespräch. Dieses besteht aus der Zusammenfassung der Prüfergebnisse. Für Prozessabschnitte, die Mängel aufweisen, legt das Auditteam zusammen mit den Teilnehmern Maßnahmen fest, die im Anschluss umgesetzt und auf Wirksamkeit überprüft werden müssen. Zusätzlich erfolgt eine Bewertung nach einem festgelegten Punkteschema und ein Auditbericht wird erstellt.

Um Prozessaudits intern erfolgversprechend und nach ISO-Norm durchzuführen, können sich Mitarbeiter zu Auditoren ausbilden lassen. In solchen Lehrgängen erlernen Sie die optimale Vorbereitung und Durchführung von Audits sowie die richtige Fragetechnik. Da Prozessaudits immer nur eine Stichprobe darstellen, ist es umso wichtiger, dass sie zielführend und möglichst standardisiert abgehalten werden.

 

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Die Q-DAS Dienstleistungen: Schulungen & Beratung

Um Kunden und Anwender zu unterstützen, bietet die Q-DAS GmbH neben den Software-Produkten Beratungen und Schulungen an. Als Teilnehmer lernen Sie die Funktionsweise und Handhabung der verschiedenen Software-Varianten kennen, damit Sie diese optimal nutzen und für die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens einsetzen können. Verschiedene Formate der Schulungen sind verfügbar. Neben Präsenzlehrgängen und Seminaren als offene oder In-House-Veranstaltungen, finden Sie zahlreiche Online-Kurse, die Sie innerhalb von wenigen Tagen von Ihrem PC aus absolvieren können.

Die Beratungen erfolgen durch national oder international tätige Experten und umfassen die Analyse, Konzeption, Umsetzung sowie die abschließende Bewertung. Ziel ist der Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems zum Beispiel auf Grundlage der ISO 9001-Norm. Zu der Beratung gehört die Schulung von Führungskräften und Fachpersonal sowie die Hilfe bei der Organisation des Zertifizierungsprozesses.

Das Fachportal PIQ-Online

Auf den Seiten des Q-DAS-Unternehmens finden Sie zudem das Fachportal PIQ-Online, das Sie regelmäßig mit aktuellen Informationen aus den Bereichen Qualitätsmanagement und Statistik versorgt. Das Portal ist kostenlos. Neben der Vorstellung neuer Software-Produkte und Dienstleistungen erhalten Sie Einblicke in statistische Methoden und die Software-Entwicklung. Zusätzlich können Sie sich zu Ergänzungen und Neuerungen der Normen und Richtlinien aus dem Themenkomplex Qualitätsmanagement informieren. Alle Fachartikel sind als PDF-Datei zum Download verfügbar. 

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